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Auszeichnung für Firma Feik Maschinenbau (22.01.2016)

Inklusive Ausbildung zur Feinwerkmechanikerin

Wie Inklusion im betrieblichen Alltag gelingen kann, hat die Firma Feik Maschinenbau aus Bramsche in Niedersachsen gezeigt. Für besondere Leistungen in der inklusiven Ausbildung ist sie jetzt vom Förderkreis der Innungsbetriebe Handwerk ausgezeichnet worden. Unterstützt wurde die Firma Feik durch das Projekt Wirtschaft inklusiv, das die bedarfsgerechte Beschulung der Auszubildenden Alisa Oevermann ermöglicht hat.

Vom Praktikum zur Ausbildung

Schon im Werkunterricht in der Schule zeigte sich Alisa Oevermanns Interesse an Arbeiten mit Holz und Metall. Während eines Berufsorientierungsparcours und eines Praktikums bei der Firma Feik wurden ihre Lehrer auf ihre Begabung aufmerksam. Im August 2014 schlossen Alisa und Thomas Feik einen Ausbildungsvertrag zur Feinwerkmechanikerin ab. In der betrieblichen Praxis konnte Alisa von Anfang an voll überzeugen: neben ihrem handwerklichen Geschick passte sie auch menschlich sehr gut in das Team des Betriebes mit seinen 25 Mitarbeitern.

Probleme in der Berufsschule

Probleme zeigten sich jedoch im theoretischen Unterricht an der Berufsschule. Alisa war nicht nur die einzige junge Frau in einer voll besetzten Fachklasse. Sie bemerkte auch, dass sie aufgrund ihrer Lernbehinderung Schwierigkeiten hatte, dem Unterricht zu folgen und Fachtexte zu verstehen. Die Unterstützungsmöglichkeiten der Berufsschule waren begrenzt und konnten Alisas Förderbedarf nicht erfüllen: Die Ausbildung stand vor dem Abbruch.

Wirtschaft inklusiv informiert und vermittelt

Geschäftsführer Thomas Feik wandte sich schließlich an das Projekt Wirtschaft inklusiv, das eine individuelle Lösung vorschlug: Im Landesbildungszentrum für hörgeschädigte Menschen in Osnabrück sollte Alisa Oevermann die Unterstützung bekommen, die sie benötigt. Im Berufsbildungsbereich werden dort in begründeten Einzelfällen gelegentlich auch Schüler ohne Hörschädigung, etwa mit dem Förderbedarf Lernen, in die duale Ausbildung aufgenommen. Das Berufsfeld Metalltechnik wird dual und in kleinen Klassen beschult, die optimal den Lernbedürfnissen von Alisa Oevermann entgegenkommen. Nach einem Informations- und Kennenlerngespräch im Landesbildungszentrum war klar: Alisa ist hier bestens aufgehoben. Heute geht Alisa wieder gern zur Schule und noch lieber in ihren Ausbildungsbetrieb.

Lösung gefunden - Inklusion kann gelingen

Arbeitgeber Thomas Feik: „An Alisas Beispiel sieht man, was im Interesse unseres beruflichen Nachwuchses erreicht werden kann, wenn alle an der Ausbildung Beteiligten an einem Strang ziehen und sich keine bürokratischen Hemmnisse vor einem aufbauen. Ich trage diese Verantwortung sehr gern und der Erfolg gibt mir zusätzliche Motivation für mein Ehrenamt als Lehrlingswart der Innung der Metallhandwerke Bersenbrück.“

(Quelle: Newsletter Wirtschaft Inklusiv vom 15.01.2016, http://www.wirtschaft-inklusiv.de/)