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REHADAT-Newsletter 6 / 2013

Köln, 28. November 2013

Urteil: Antrag auf Hörgeräte kann nicht aufgeteilt werden

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat im August 2013 entschieden, dass die Übergabe der vertragsärztlichen Hörgeräteversorgung an den Akustiker und die Weiterleitung an die zuständige Krankenkasse als maßgebliche Antragstellung im Sinne des § 14 SGB IX anzusehen ist. Die Antragstellung ist auf bestmögliche Hörgeräteversorgung gerichtet; eine Aufspaltung in zwei separate Leistungsanträge (auf Bewilligung des Festbetrags und auf über den Festbetrag hinausgehende "Premiumversorgung") scheidet aus.

Die Abgrenzung des Umfangs der Leistungspflicht zwischen der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung im Bereich von geltend gemachten Teilhabeleistungen richtet sich danach, ob das begehrte Hilfsmittel - hier das Hilfsmittel Hörhilfe - dem unmittelbaren Behinderungsausgleich dient (Leistungspflicht der Krankenversicherung) oder ausschließlich berufliche und arbeitsplatzspezifische Gebrauchsvorteile bietet (Leistungspflicht der Rentenversicherung).

Im vorliegenden Fall hatte die hörbehinderte Klägerin die Rentenversicherung auf die Übernahme der über den Festbetrag hinausgehendenden Kosten für ihre Hörgeräte verklagt. Das Gericht stellte jedoch letztendlich fest, dass die Krankenkasse die kompletten Kosten übernehmen muss, weil die zum Festbetrag erhältlichen Hörgeräte nicht ausreichend für den Alltagsgebrauch gewesen wären.

Das vollständige Urteil finden Sie in der REHADAT-Datenbank Recht mit dem Aktenzeichen L 13 R 2607/10. Alle Urteile zum Thema finden Sie mit dem Schlagwort Hörgerät.

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Aus der Praxis: Arbeitsplatzgestaltung für eine Lagerarbeiterin mit Rückenerkrankung

Wie der Arbeitsplatz für eine Lagerarbeiterin gestaltet wurde, die aufgrund von Rücken-, Arm- und Schulterbeschwerden ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte, ist in REHADAT unter der Referenznummer Pb/110780 beschrieben. Um weiterhin Pakete, Paletten und Stapelbehälter zu bewegen, wurde ein elektrischer Geh-Zugschlepper angeschafft. Durch das Berühren der Sensorgriffe mit Hand-Erkennung folgt der Schlepper (und das mit ihm verbundene fahrbare Untergestell) ohne großen Kraftaufwand den natürlichen Bewegungsabläufen der Lagerarbeiterin und passt sich ihrer Gehgeschwindigkeit an.

Alle Praxisbeispiele zum Thema finden Sie mit den Schlagworten Rückenerkrankung UND Lager.

Im Portal REHADAT-Hilfsmittel finden Sie die Produkte des Bereichs "Transport- und Fördermittel" im Hilfsmittelbereich "Arbeitsplatz, Ausbildung".

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Gebärdensprache für Führungskräfte bei der Alstom GmbH

Warum die Firma Alstom in Mönchengladbach ihre Führungskräfte in Gebärdensprache unterrichten lässt und warum ihre Beschäftigung von schwerbehinderten Mitarbeitern vorbildlich ist, können Sie im Portal REHADAT-talentplus nachlesen. Das Interview mit Alstom ist das neueste in der Rubrik "Arbeitgeber stellen sich vor".

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Erste Postfiliale in einer Werkstatt für behinderte Menschen

Im Oktober hat in Gladbeck die deutschlandweit erste Postfiliale in einer Werkstatt für behinderte Menschen eröffnet. Von der Brief- und Paketannahme bis zur Portoermittlung werden dort alle klassischen Postdienstleistungen angeboten. Mindestens vier Werkstattbeschäftigte finden in der Postfiliale ihr Arbeitsfeld. Das Angebot ist angebunden an bestehende Arbeitsplätze im Bereich Empfang, Verkauf und Kurierdienst. Mehr Informationen zur neuen Postfiliale finden Sie hier - alle Neuigkeiten aus den Werkstätten unter http://www.bagwfbm.de.

In der REHADAT-Datenbank Werkstätten können Sie sich u.a. darüber informieren, welche Produkte und Dienstleistungen die anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen anbieten. Derzeit läuft die jährliche Aktualisierung der Datenbank - die überarbeiteten Daten stehen im Frühjahr 2014 zur Verfügung.

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Expertise veröffentlicht: "Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen"

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat die Expertise "Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen" veröffentlicht. Die Studie untersucht die Barrieren, die den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen erschweren und entwickelt Lösungsansätze. Die Autoren empfehlen beispielsweise die Neufassung des Schwerbehindertenbegriffs, die Entwicklung eines Index for Inclusion für die Arbeitswelt und die Förderung eines einheitlichen Disability Managements. Der komplette Text ist hier veröffentlicht: www.antidiskriminierungsstelle.de.

Die Expertise ist der Endbericht des Projekts "Zugang zum ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung" - im REHADAT Forschungsportal finden Sie dieses und 37 weitere Projekte im Bereich Arbeitsleben / Beschäftigungssituation und -chancen.

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Bestandsaufnahme zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement

Die Initiative Gesundheit & Arbeit (iga) hat eine umfassende Bestandsaufnahme zur aktuellen Verbreitung und zum Nutzen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) veröffentlicht. Die BEM-Praxis wird dabei aus Sicht der betrieblichen und überbetrieblichen Akteure geschildert. Dabei werden fördernde und hemmende Faktoren herausgearbeitet und Empfehlungen für die weitere Arbeit gegeben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Zusammenarbeit der verschiedenen Ansprechpersonen. Den iga-Report gibt es hier: http://www.iga-info.de/betriebliche-eingliederung.html.

Auch bei REHADAT finden Sie viele Informationen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement: u.a. 33 Praxisbeispiele, 86 (Beratungs)Adressen, 150 Urteile und 470 Literaturhinweise (über 200 davon als Online-Publikation direkt aufrufbar). Einen guten Einstieg ins Thema finden Sie über den Lexikonartikel zum BEM in REHADAT-talentplus

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Jahresbericht veröffentlicht: Was ist mit der Ausgleichsabgabe passiert?

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen hat ihren diesjährigen Jahresbericht "Hilfen für schwerbehinderte Menschen im Beruf" herausgegeben. Darin kann man beispielsweise nachlesen, wie sich die Beschäftigungsquote und die Arbeitslosigkeit verändert haben, wofür die Ausgleichsabgabe verwendet worden ist und wie sich der besondere Kündigungsschutz ausgewirkt hat. Hier finden Sie den BIH-Jahresbericht 2012/2013 (PDF, 1,6 MB).

Sie interessieren sich für mehr Zahlen und Statistiken rund um das Thema Behinderung und Beruf? Dann stöbern Sie doch mal im Portal www.rehadat-statistik.de.

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Zusammen arbeiten - Inklusion in Unternehmen und Institutionen

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den Praxisleitfaden "ZusammenArbeiten" zur Erstellung von Aktionsplänen für Unternehmen und Betriebe veröffentlicht. Der Leitfaden enthält zahlreiche gute Beispiele und wertvolle Tipps für mehr Inklusion in der Praxis. Der Leitfaden richtet sich an Unternehmen, Institutionen und Organisationen.

Sie finden den Leitfaden unter: www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/a755-leitfaden-aktionsplaene.html.

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Inklusionsinitiative für Ausbildung und Beschäftigung vereinbart

Eine gemeinsame Inklusionsinitiative für mehr betriebliche Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen haben das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Spitzenverbände der Wirtschaft, der DGB, die Bundesagentur für Arbeit, der Deutsche Landkreistag, die Integrationsämter, die Verbände der Menschen mit Behinderungen und der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen vereinbart.

Im Rahmen der Initiative sind verschiedene Aktionen und Kampagnen vorgesehen, die eigenverantwortlich, aber auch in Kooperation durchgeführt werden. Im Mittelpunkt soll die Sensibilisierung von Betrieben und Unternehmen für das Arbeitskräftepotenzial und die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen stehen. Durch regionale Kooperationen verschiedener Akteure sollen neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Handicaps gesichtet und besetzt werden.

Mehr Informationen dazu finden Sie in der Meldung des BMAS.

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Neue Termine für REHADAT-Hilfsmittelseminare in 2014

REHADAT bietet Seminare zum Thema Hilfsmittel an und vermittelt dort alles Wissenswerte, um die Beratung und Versorgung für den privaten Bereich und den Einsatz am Arbeitsplatz zu optimieren.

Die Seminare richten sich z. B. an Mitarbeiter von Sozialdiensten, an Ärzte/Betriebsärzte, Ergotherapeuten, Schwerbehindertenvertreter, Disability Manager, beratende Ingenieure der Integrationsämter und Arbeitsagenturen sowie an Mitarbeiter von Krankenkassen, Sanitätshäusern und Apotheken.

Die Seminare finden in Köln (fußläufig zum Kölner Hbf) statt. Freie Plätze gibt es noch für folgende Termine:

Donnerstag, 15. Mai 2014
Donnerstag, 21. August 2014
Donnerstag, 6. November 2014

Mehr Informationen finden Sie hier: http://www.rehadat-hilfsmittelportal.de/de/seminare/index.html.

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Rund um den REHADAT-Newsletter

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Hier finden Sie das Newsletter-Archiv mit den vergangenen Ausgaben.

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REHADAT - Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V.
Projektleitung: Gisela Semmt, Petra Winkelmann
Redaktion: Anja Brockhagen, brockhagen@iwkoeln.de
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REHADAT wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.